„Wir werden das Land führen … Wir werden unsere sehr großen amerikanischen Erdölkonzerne – die wichtigsten der Welt – auffordern einzugreifen, Milliarden Dollar zu investieren, die schwer beschädigten Infrastrukturen zu reparieren, die Erdölinfrastruktur zu teilen und damit zu beginnen, Einnahmen zu generieren … Wir werden die amerikanische Macht in unserer Region der Welt auf sehr kraftvolle Weise erneut bekräftigen.“ (Donald Trump, Pressekonferenz, Palm Beach, 1. Januar 2026)
Die Vereinigten Staaten haben seit 1898 unter Präsidenten sowohl der Demokratischen als auch der Republikanischen Partei 42-mal in Lateinamerika interveniert. Sie bedrohen auch Kuba, Kolumbien, Mexiko, den Iram … Die „Monroe-Doktrin“ Trumps entspricht der von Xi beschworenen Tradition der Quing-Dynastie oder jener der Romanows, auf die sich Putin beruft.
„Die heutige Ukraine wurde vollständig und ganz von Russland geschaffen – vom kommunistischen, bolschewistischen Russland. Dieser Prozess begann fast unmittelbar nach der Revolution von 1917, und Lenin und seine Genossen gingen dabei wirklich wenig rücksichtsvoll mit Russland um.“ (Wladimir Putin, Fernsehansprache, Moskau, 21. Februar 2022)
„Ich betrachte Russen und Ukrainer als ein einziges Volk. In diesem Sinne gehört uns die gesamte Ukraine.“ (Wladimir Putin, Rede auf dem Internationalen Wirtschaftsforum, St. Petersburg, 20. Juni 2025)
Der einzige Unterschied besteht darin, dass Putin über weniger Ressourcen verfügt und sich auf die Erfindung stützt, die Ukraine werde von einem Naziregime beherrscht, während Trump behauptet, Venezuela werde von einem Drogenkartell regiert – ein Vorwand, den bereits Bush senior benutzte, um Ende 1989 Panama zu überfallen und dessen Präsidenten zu entführen. Zu Beginn seiner zweiten Amtszeit hat Trump zudem den ehemaligen Präsidenten von Honduras begnadigt, der in den Vereinigten Staaten wegen Drogenhandels inhaftiert war.
Das Argument, Maduro sei nicht rechtmäßig gewählt worden, ist aus dem Munde eines Putschisten (der faschistische Banden zum Sturm auf das Kapitol geschickt hat, als er 2021 die Präsidentschaftswahlen verlor) und der einen anderen Putschisten (Bolsonaro in Brasilien) unterstützt hat, wertlos.
Der Angriff ist Teil der laufenden Neuaufteilung der Welt und der Vorbereitung eines neuen Weltkriegs durch alle imperialistischen Staaten (USA, China, Japan, Vereinigtes Königreich, Deutschland, Frankreich, Russland, usw.). Die Aufbringung russischer Frachtschiffe, die Aufrechterhaltung der Blockade Kubas, die Verdrängung Chinas aus Panama, der Anspruch auf Grönland, die Perspektive der Angliederung Kanadas gehören zu den Vorbereitungen zur Stärkung der ökonomischen und militärischen Positionen der US-amerikanischen Bourgeoisie. Der Angriff richtet sich direkt gegen Kuba, das dank des venezolanischen Erdöls überlebt, und indirekt gegen den imperialistischen Rivalen China, der bislang der größte Abnehmer des venezolanischen Erdöls war.
Unabhängig von seiner Führung muss ein unterdrücktes Volk, das ethnischen Säuberungen ausgesetzt ist, oder ein beherrschtes Land, das geplündert wird, unterstützt werden. Die Arbeiterklasse kann nicht neutral bleiben, wenn eine hochgerüstete Bourgeoisie ihre Kolonisierung Palästinas (Israel) fortsetzt, bestimmen will, wer in der Ukraine regiert, um sie zu re-kolonisieren (Russland), und entscheiden will, wer Venezuela regiert, um dessen natürliche Reichtümer zu plündern (USA). Unabhängig von der jeweiligen Regierung (Hamas, Selenskyj, Maduro-Rodríguez, Chamenei-Peseschkian …) gilt es, ein unterdrücktes Volk zu unterstützen, wenn es einem zionistischen Kolonisator gegenübersteht, der es vertreiben oder gar vernichten will, und ein abhängiges Land zu verteidigen, wenn ein imperialistischer Bandit es unterwerfen und ausplündern will.
Selbstverständlich hat China den Angriff verurteilt – obwohl es seine eigenen nationalen Minderheiten unterdrückt und Taiwan begehrt, ohne die Bevölkerung zu befragen. Die Regierungen Russlands, Brasiliens, Kolumbiens, der Türkei usw. sind ebenfalls sehr „bestürzt“. Aber keine von ihnen wird etwas Wirksames unternehmen, um das venezolanische Volk, sein Recht auf Unabhängigkeit und auf freie und friedliche Verfügung über seinen Reichtum zu unterstützen. Es ist daher lächerlich und vergeblich, sich – wie die bürgerlichen Arbeiterparteien (Die Linke, LFI, Podemos, PCF usw.) – auf den eigenen Staat und auf die UNO zu verlassen, die soeben den Trump-Plan gegen Gaza verabschiedet hat. Ebenso lächerlich ist es, wie es quasi-pazifistische und halb-reformistische internationale Strömungen tun, flehentlich zu fordern, dass
Fordert die Verurteilung der Regierungen Lateinamerikas und der Welt sowie der Kräfte, die sich als demokratisch betrachten, gegen die piratenhaften und interventionistischen Aktionen der US-Regierung. (ISL, 3. Jänner 2026)
Die Mehrheit der bürgerlichen Staaten hat die koloniale Intervention gebilligt, während sie zugleich „Mäßigung“ und „Deeskalation“ predigen. Am 4. Januar haben die Regierungen des Vereinigten Königreichs und Frankreichs Syrien bombardiert – so wie es Israel regelmäßig tut.
In den Vereinigten Staaten müssen Gewerkschaften und Organisationen der Unterdrückten mit ihrer militaristischen Regierung brechen, um ein Ende aller Einmischungen im Ausland und der Verfolgung von Einwanderern zu fordern und die Selbstverteidigung gegen die rassistische ICE zu organisieren!
Im Iran, in der Ukraine wie in Venezuela ist es die Aufgabe der jeweiligen Arbeitenden, die lokalen Ausbeuterregierungen zu stürzen, die unfähig sind, den dominierenden und kolonialisierenden Mächten entgegenzutreten. Die wirkliche Befreiung der unterdrückten Völker (einschließlich der Schwarzen in den USA) und die tatsächliche Unabhängigkeit der abhängigen Länder können in unserer Epoche nur unter Führung der Arbeiterklasse errungen werden. Dafür braucht die Arbeiter*innenklasse eine revolutionäre Arbeiter*innenpartei.
In Venezuela hat die bürgerliche Regierung während zweier Krisen die Verstaatlichung der Mineralstoffvorkommen (Pérez, 1976) und die teilweise Verstaatlichung der Konzessionsgesellschaften (2007, Chávez) beschlossen. Obwohl sich die zukünftige RCP von Alan Woods vor Chávez zu Füßen warf, gab es nie eine soziale Revolution oder gar eine Enteignung der kapitalistischen Konzerne und Großgrundbesitzer.
Die Arbeiter*innen in den Städten müssen sich mit ihren Gewerkschaften und Parteien gemeinsam mit den Landarbeiter*innen und Student*innen gegen den US-Imperialismus und alle Fraktionen der verräterischen Bourgeoisie zur Wehr setzen. Sie müssen ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen und alle Mittel einsetzen, die der internationalen Arbeiterklasse im Kampf zur Verfügung stehen. Sie dürfen weder der UNO noch der PSUV vertrauen, die sie einer zunehmenden Ausbeutung unterworfen, sich auf den Generalstab gestützt , die allgemeine Bewaffnung der arbeitenden Massen zu ihrer legitimen Verteidigung verhindert hat und vor Trump vollständig kapituliert.
„Wir laden die US-Regierung ein, im Rahmen des Völkerrechts gemeinsam an einer kooperativen Agenda zu arbeiten, die auf eine gemeinsame Entwicklung ausgerichtet ist, und ein dauerhaftes Zusammenleben der Gemeinschaften zu stärken.“ (Delcy Rodriguez, 4. Januar)
Die venezolanische Regierung scheint die nationalen Ölvorkommen an Washington übergeben zu haben, wie der US-Präsident am 6. Dezember und sein Energieminister am nächsten Tag bekannt gaben.
Wir werden das Rohöl aus Venezuela auf den Markt bringen. Zunächst einmal das, was noch vorhanden ist, also die Ölvorräte, und dann werden wir auf unbestimmte Zeit die Produktion auf dem Markt verkaufen. (Chris Wright, Rede auf der Energiekonferenz der Goldman Sachs Bank, Miami, 7. Januar)
Das bestätigt, dass in unserer Epoche die nationalen Bourgeoisien nicht in der Lage sind, gegen imperialistische Angriffe wirksam Widerstand zu leisten. Nur die ausgebeuteten Klassen können dies tun, wenn sie von einer bewussten Arbeiter*innenklasse angeführt werden, die wiederum eine revolutionäre Partei vom Typ der Bolschewiki braucht.
Um den Imperialismus und seine Kriege zu besiegen, müssen die Arbeiter eine Einheitsfront ihrer Massenorganisationen unter folgenden Losungen bilden:
- Solidarität der internationalen Arbeiterbewegung mit dem venezolanischen Volk!
- Verteidigung des kollektiven Eigentums in Kuba!
- Freiheit für Maduro!
- Imperialisten raus aus Venezuela!
- Abzug aller nordamerikanischen Militärkräfte aus dem Karibischen Meer, aus Mittel- und Südamerika!
Ende der Blockaden gegen Kuba, Venezuela und Iran! Selbstbestimmungsrecht für Grönland! - Einheitsfront aller Arbeiter*innenorganisationen, armen Bäuerinnen und Bauern, Student*innen und Jugendlichen Venezuelas gegen die imperialistische Aggression!
- Vollversammlungen an Arbeitsplätzen, in Regierungsbüros, Stadtvierteln, Universitäten und Dörfern, um sich zu bewaffnen und die bolivarischen Milizen und die Armee zu entwaffnen, die Kontrolle der Arbeiter und des Volkes über die Wirtschaft zu organisieren, ihre Delegierten demokratisch zu wählen und ihre Kräfte gegen die bürgerliche Kollaborationsregierung von Rodríguez zu zentralisieren!
- Arbeiter*innen- und Bauernregierung!
- Für die Vereinigten Sozialistischen Staaten von Lateinamerika!
- Für die Revolutionäre Arbeiter*inneninternationale, die die Vorhut aller Länder vereinigt!
11. Januar 2026
Kollektiv Permanente Revolution (CoReP)