{"id":431,"date":"2022-11-29T12:00:00","date_gmt":"2022-11-29T11:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.revolucionpermanente.com\/deutsch\/?p=431"},"modified":"2022-12-18T20:01:15","modified_gmt":"2022-12-18T19:01:15","slug":"nieder-mit-den-tuerkischen-militaerangriffen-gegen-die-kurdinnen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.revolucionpermanente.com\/deutsch\/2022\/11\/29\/nieder-mit-den-tuerkischen-militaerangriffen-gegen-die-kurdinnen\/","title":{"rendered":"Nieder mit den t\u00fcrkischen Milit\u00e4rangriffen gegen die Kurd*innen!"},"content":{"rendered":"\n<div id='corps_texte'>\nAm 19. November lie\u00df Erdogan seine Luftwaffe aufsteigen, um mehrere kurdische Gebiete im Norden Syriens, in den Provinzen Aleppo und Hassake, zu bombardieren, insbesondere die Stadt Kobane, die das Symbol des erfolgreichen Widerstands der Kurden gegen die Barbarei des Islamischen Staates war. Seitdem beschie\u00dft die t\u00fcrkische Artillerie das Gebiet, um eine Bodenoffensive vorzubereiten. <br><br>\n\nZum Vorwand nahm der M\u00f6chtegern-Autokrat Erdogan den Anschlag in Istanbul am 13. November, den er sofort den kurdischen Organisationen PKK und YPG zuschrieb. Diese, die \u00fcblicherweise keine Anschl\u00e4ge auf Zivilisten durchf\u00fchren, wiesen umgehend jegliche Beteiligung an dem Anschlag zur\u00fcck. Aber das war Erdogan egal, da er schon lange nach einem Vorwand f\u00fcr eine erneute milit\u00e4rische Intervention gegen die Kurd*innen in Syrien gesucht hatte. Bereits am 26. Mai k\u00fcndigte er seine Absicht an, seine Armee zu entsenden, um den gesamten n\u00f6rdlichen Teil Syriens auf einer L\u00e4nge von \u00fcber 400 km und einer Breite von 30 km zu kontrollieren und die dort ans\u00e4ssigen Kurd*innen zu vertreiben. Die t\u00fcrkische Armee hat bereits in den Jahren 2016, 2017, 2018, 2019 und 2020 gegen die Kurd*innen in Syrien interveniert. Im Jahr 2019 startete die t\u00fcrkische Armee in enger Absprache mit den USA, die ihre Truppen abzogen, mit Unterst\u00fctzung ihrer islamistischen Stellvertreter der Syrischen Nationalen Armee eine Offensive und besetzte ein Gebiet von 120 mal 30 Kilometern um die St\u00e4dte Tall Abyad und Ras al-Ain. Jetzt geht es f\u00fcr Erdogan darum, die Arbeit zu beenden und die Kurd*innen und die PKK und die PYD von der gesamten syrischen Grenze zur T\u00fcrkei zu vertreiben. <br><br>\n\nSeit der Zerschlagung des Osmanischen Reiches durch die imperialistischen Siegerm\u00e4chte des Ersten Weltkriegs, insbesondere Frankreich und Gro\u00dfbritannien, ist das kurdische Volk zwischen der T\u00fcrkei, dem Iran, Syrien und dem Irak aufgesplittert. In jedem Land ist es eine Minderheit, die je nach Regime und politischen Umst\u00e4nden mehr oder weniger unterdr\u00fcckt wird. Die Kurd*innen wurden aber nie als souver\u00e4nes Volk mit dem Recht, einen eigenen Staat zu gr\u00fcnden, anerkannt. Die Forderung nach einem einigen kurdischen Staat ist nicht nur mit den Man\u00f6vern der herrschenden Imperialismen unvereinbar, sondern steht in totalem Widerspruch zu den reaktion\u00e4ren Regimes in der T\u00fcrkei, im Iran, in Syrien und im Irak. <br><br>\n\nDer kurdische Nationalismus hat sich bislang immer auf irgendeinen Staat der Region oder eine imperialistische Macht gest\u00fctzt. So hat die kleinb\u00fcrgerliche Partei der Demokratischen Union (PYD) in Syrien Abkommen mit dem Diktator Baschar al-Assad geschlossen und sich mit den USA verb\u00fcndet, die den Irak an die klerikalen arabischen Cliquen \u00fcbergeben und gerade die j\u00fcngste Milit\u00e4roffensive der T\u00fcrkei genehmigt haben. So verwaltet die b\u00fcrgerliche Demokratische Partei Kurdistans (PDK) einen von der T\u00fcrkei unterst\u00fctzten Ministaat im Irak, was sie manchmal bis zum bewaffneten Konflikt mit der PKK f\u00fchrt. Das ist eine Sackgasse. Keine nennenswerte Fraktion der t\u00fcrkischen, persischen, irakischen oder syrischen Bourgeoisie hat jemals das Recht nationaler Minderheiten auf Selbstbestimmung akzeptiert. Ihre vier Staaten sind alle f\u00fcr Massaker an und \u00dcbergriffe auf Kurd*innen verantwortlich.Und der Schutz des amerikanischen wie des russischen Imperialismus ist ebenso illusorisch. Im \u00dcbrigen betrachten die mit der T\u00fcrkei verb\u00fcndeten westlichen Imperialismen die PKK nach wie vor als Terrororganisation, obwohl sie sich im Kampf gegen den Islamischen Staat auf ihren bewaffneten Arm in Syrien, die YPG, gest\u00fctzt haben. So war es offensichtlich mit Zustimmung des US-amerikanischen wie des russischen Imperialismus m\u00f6glich, dass t\u00fcrkische Flugzeuge ungehindert in den syrischen Luftraum eindringen konnten, um am 19. November die kurdische Bev\u00f6lkerung zu bombardieren. <br><br>\n\nDie Zukunft des kurdischen Volkes liegt nicht in der Suche nach B\u00fcndnissen mit diesem oder jenem Imperialismus oder diesem oder jenem Staat in der Region. Das unverbr\u00fcchliche Recht des kurdischen Volkes, seinen eigenen Staat zu gr\u00fcnden, kann nur erfolgreich verwirklicht werden, wenn es sich auf den Kampf des t\u00fcrkischen Proletariats, um Erdogan loszuwerden, st\u00fctzt. So wie auf den Kampf des iranischen Proletariats, um die islamistische Diktatur davon zu jagen, auf die Errichtung von Arbeiter*innen- und Bauernregierungen, auf die F\u00f6deration Sozialistischer Staaten in dieser Region der Welt. <br><br>\n\nArbeiter*inneninheitsfront f\u00fcr die Verteidigung der Rechte der Kurd*innen! <br><br>\n\nF\u00fchrer*innen der Arbeiter*innenorganisationen, ruft zu Demonstrationen vor t\u00fcrkischen Botschaften und Konsulaten f\u00fcr die Beendigung der Intervention, den Truppenabzug und die Freilassung der Gefangenen auf! <br><br>\n\nSofortige Beendigung der t\u00fcrkischen Milit\u00e4rinterventionen, R\u00fcckzug aller t\u00fcrkischen Truppen aus Syrien! <br><br>\n\nSchluss mit der Unterdr\u00fcckung der Massen im iranischen Kurdistan und im ganzen Iran! <br><br>\n\nF\u00fcr das Recht der Kurd*innen in der T\u00fcrkei, im Iran, in Syrien und im Irak, einen einigen kurdischen Staat zu bilden!\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 19. 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