{"id":233,"date":"2018-07-29T00:08:40","date_gmt":"2018-07-28T22:08:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www.revolucionpermanente.com\/deutsch\/?p=233"},"modified":"2018-10-07T19:19:01","modified_gmt":"2018-10-07T17:19:01","slug":"trump-bricht-den-wirtschaftskrieg-vom-zaun-und-droht-dem-iran","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.revolucionpermanente.com\/deutsch\/2018\/07\/29\/trump-bricht-den-wirtschaftskrieg-vom-zaun-und-droht-dem-iran\/","title":{"rendered":"Trump bricht den Wirtschaftskrieg vom Zaun und droht dem Iran"},"content":{"rendered":"<h2>Von 1944 bis 2016 hat der amerikanische Staat versucht, den Weltkapitalismus zu verwalten<\/h2>\n<p>Die amerikanische Bourgeoisie \u00fcbernahm mit dem 1. Weltkrieg die internationale Vorherrschaft<\/p>\n<p><em>Die vom Kapitalismus geschaffenen Produktivkr\u00e4fte konnten nicht mehr in die sozialen Kr\u00e4fte des Kapitalismus passen, auch nicht in den Rahmen des Nationalstaates. Von dort aus der Krieg. Was war das Ergebnis f\u00fcr Europa? Eine erhebliche Versch\u00e4rfung der Situation &#8230; Amerika ist jetzt die wesentliche Kraft der kapitalistischen Welt. <\/em>(Trotzki, <em>Europa und Amerika<\/em>, 28. Juli 1924)<\/p>\n<p>Zwischen der Unterzeichnung des Vertrags von Versailles (1919) und dem japanischen Angriff auf Pearl Harbor (1941), weigerte sich die politische Vertretung der amerikanischen Bourgeoisie die Weltordnung zu akzeptieren, w\u00e4hrend sie gleichzeitig ihre Einflusssph\u00e4ren ausweitete und verst\u00e4rkte.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Nach Ende des Zweiten Weltkriegs dagegen haben die Vereinigten Staaten multilaterale Wirtschaftsvertr\u00e4ge (Bretton Woods AGETAC &#8230;) durchgesetzt und weltweit ausgerichtete Institutionen (UNO, IWF, IBRD-WB, WTO &#8230;) aufgebaut. Da sie wenig Konkurrenz zu f\u00fcrchten hatte, senkte die US-Regierung Barrieren f\u00fcr grenz\u00fcberschreitenden Handel und Investitionen so weit wie m\u00f6glich ab. Dies wurde in einem globalen Rahmen ausgehandelt (AGETAC-WTO). In diesem Zusammenhang pl\u00e4dierte der US-Imperialismus f\u00fcr die Gleichbehandlung aller kapitalistischen L\u00e4nder (&#8222;die Meistbeg\u00fcnstigungsklausel&#8220;).<\/p>\n<p>Der amerikanische Staat verwaltete die Welt, ohne seine eigenen Interessen zu vernachl\u00e4ssigen. Er ging jedoch Risiken ein. Mit der Offensive gegen die UdSSR (\u201eKalter Krieg\u201c) und die chinesische Revolution (Koreakrieg) komplettierte er dieses Wirtschaftssystem mit milit\u00e4rischen regionalen B\u00fcndnisse (NATO 1949, SEATO 1954 &#8230;). Die \u00fcberw\u00e4ltigende milit\u00e4rische \u00dcberlegenheit der Vereinigten Staaten im Nuklearbereich, bei konventionellen Waffen und Geheimdiensten hat die Eroberung Osteuropas durch die Armee der UdSSR, die Niederlagen in Kuba und Vietnam \u00a0sowie die erniedrigenden Niederlagen in Afghanistan und im Irak nicht verhindern k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>In den sp\u00e4ten \u00a01970er Jahren entglitt ein wichtiger Teil der Welt dem Kapitalismus: UdSSR und Osteuropa, China, Vietnam, Laos, Kuba. Aber die kollektivierte Wirtschaft wurde durch die Macht\u00fcbernahme durch eine parasit\u00e4re und privilegierte Kaste geschw\u00e4cht. Der Weltkapitalismus \u00fcbte wirtschaftlichen, ideologischen und milit\u00e4rischen Druck auf diese degenerierten Arbeiterstaaten aus. Der US-amerikanische Staat f\u00fchrte bewusst eine Offensive gegen alle revolution\u00e4ren Risiken und f\u00fcr die Wiederherstellung des Kapitalismus, indem er auf die nationalen Spaltungen der stalinistischen B\u00fcrokratie setzte (Bruch zwischen der UdSSR und Jugoslawien, Spaltung zwischen China und der UdSSR, Spannungen zwischen China und Vietnam &#8230;).<\/p>\n<p>Die US-Wirtschaft bleibt 2017 mit einem BIP von 19,3 Billionen US-Dollar (vor China: 11,9 Billionen US-Dollar) der gr\u00f6\u00dfte Produzent der Welt. Die Vereinigten Staaten sind die wichtigste Macht bei der \u00d6l- und Gasgewinnung in der Welt und der gr\u00f6\u00dfte landwirtschaftliche Exporteur. Im Industriebereich finden sich\u00a0 US-Konzerne in vielen internationalen Oligopolen: Raffinerien, Automobilindustrie, Luft-Raumfahrt, Verteidigung, Elektronik, Lebensmittel-, Pharma-, K\u00f6rperpflegeprodukte, Sportartikel &#8230; Sie dominieren den Finanzsektor und ihre B\u00f6rsen f\u00fcr Finanzprodukte und Rohstoffe zusammengenommen (NYSE, NASDAQ, AMEX &#8230;) \u00fcbertreffen bei weitem den Londoner Markt. Der Dollar ist dem Euro bei Devisen (und W\u00e4hrungsderivaten) weit \u00fcberlegen.<\/p>\n<p>Forschung und Hochschulbildung ziehen Forscher und Studenten aus der ganzen Welt an. Infolgedessen\u00a0 f\u00fchren die Vereinigten Staaten immer bei den Patentanmeldungen. Die US-Kultur beeinflusst die Welt. Englisch ist die Sprache des internationalen Handels, obwohl es von weniger Menschen gesprochen wird als chinesisch, zumal es bereits im 19. Jahrhundert die Sprache einer Hegemonialmacht war.<\/p>\n<p><em>Wenn ein Land die Welt brutalisieren kann, sind es die Vereinigten Staaten. Seine milit\u00e4rische, diplomatische, wissenschaftliche, kulturelle und wirtschaftliche Macht ist un\u00fcbertroffen. <\/em>(<em>The Economist<\/em>,9. Juni 2018)<\/p>\n<p>Die amerikanische Vorherrschaft wird zunehmend untergraben, nicht nur durch den Aufstieg des chinesischen Imperialismus, sondern durch die Bestrebungen aller anderen Imperialismen, die jede L\u00fccke f\u00fcllen wollen, die der US-Imperialismus offen l\u00e4sst. Dieser Zersetzungsprozess kann auf Dauer nicht ohne ernstere Konsequenzen f\u00fcr die amerikanische Bourgeoisie bleiben.<\/p>\n<h2>Die Schw\u00e4chung der US-Dominanz<\/h2>\n<p>Aufgrund der Siege der Armee der Sowjetunion gegen den deutschen Imperialismus, der chinesischen Revolution und des Risikos ihrer Expansion in Asien, der Revolution in Jugoslawien und Albanien, dem revolution\u00e4ren Aufschwung in Europa ab dem Jahr 1943 (Italien, Frankreich &#8230;), haben die US-Regierungen &#8211; Demokraten und Republikaner gleicherma\u00dfen &#8211; die imperialistischen Rivalen (Gro\u00dfbritannien, Frankreich, die Niederlande &#8230;) verschont oder wieder aufgebaut\u00a0 (Japan, Deutschland, Italien). Der Vietnamkrieg erleichterte die Entstehung neuer Kapitalismen (Brasilien, S\u00fcdkorea &#8230;). Wie alle aufstrebenden Kapitalisten haben sich ihre Bourgeoisien zun\u00e4chst durch protektionistische Ma\u00dfnahmen gesch\u00fctzt.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der hegemoniale Imperialismus die Hauptlast des Militarismus zu tragen hatte, kam die Restauration des Kapitalismus in Osteuropa und Russland im Jahr 1989 in erster Linie den konkurrierenden imperialistischen M\u00e4chten Westeuropas, besonders Deutschland, zu gute. Die neuen russischen und chinesischenen Bourgeoisien konnten sich auf die Gr\u00f6\u00dfe ihres Territoriums und auf das kulturelle und industrielle Erbe der fr\u00fcheren Planwirtschaften st\u00fctzen, um den alten imperialistischen M\u00e4chten zu widerstehen und sich \u00a0selbst\u00a0 in imperialistische M\u00e4chte umzuwandeln.<\/p>\n<p>Seit den 1970er Jahren haben die Vereinigten Staaten mehr Reichtum importiert als exportiert. Im Jahr 2017 ist das Defizit des Handels mit Waren und Dienstleistungen um mehr als 12% auf 566 Mrd. US$ angestiegen, sogar 796 Milliarden, wenn man sich auf G\u00fcter beschr\u00e4nkt (wobei sich die Differenz aus dem \u00dcberschuss bei Dienstleistungen ergibt). Selbst die globale Erholung akzentuierte lediglich die sinkende Wettbewerbsf\u00e4higkeit der US-Wirtschaft. Chinas Handels\u00fcberschuss mit den USA erh\u00f6hte sich 2017 nach Sch\u00e4tzungen des Wei\u00dfen Hauses \u00a0um 10% auf mehr als 375 Milliarden US-Dollar (ein Betrag, den die chinesischen Beh\u00f6rden bestreiten und auf 100 Milliarden minimieren). Im ersten Quartal 2018 erh\u00f6ht sich\u00a0 dieser \u00dcberschuss um weitere\u00a0 knapp 20%\u00a0 gegen\u00fcber dem ersten Quartal 2017!<\/p>\n<p>Und es ist nicht Europa, wo sich die amerikanische Bourgeoisie tr\u00f6sten k\u00f6nnte. Mit einem stets wiederkehrenden und stetig wachsenden Handelsdefizit &#8211; vor allem mit Deutschland &#8211; vor Augen erkl\u00e4rte Trump in Davos anklagend, dass &#8222;<em>die Europ\u00e4ische Union gegen\u00fcber den Vereinigten Staaten unfair ist<\/em>&#8220; (28. Januar 2018). Er wirft der EU vor, US-Exporte h\u00f6her zu besteuern als die USA europ\u00e4ische Produkte. Tats\u00e4chlich sind die Vereinigten Staaten fast\u00a0 mit der ganzen Welt wirtschaftlich im Minus, von Kanada bis Japan, von Deutschland bis S\u00fcdkorea, und so weiter.<\/p>\n<h2>Die Flucht nach vorn in den Protektionismus<\/h2>\n<p>Bis vor kurzem pries die US-Regierung die Vorteile des Freihandels, um ausl\u00e4ndische M\u00e4rkte zu \u00f6ffnen. Schon damals nahm der staatliche Schutz der lokalen Unternehmen andere Formen als die Z\u00f6lle an: Verwaltungsma\u00dfnahmen und -normen, eingeschr\u00e4nkte \u00f6ffentliche Auftr\u00e4ge, Subventionen, Beschr\u00e4nkungen f\u00fcr ausl\u00e4ndische Investitionen, Senkung der Unternehmensbesteuerung, Manipulation der Wechselkurs, Patente und anderes \u201egeistiges Eigentum\u201c&#8230;<\/p>\n<p><em>Die Botschaft in Richtung Peking ist klar: Gleich zwei Mal in dieser Woche hat die Bundesregierung verhindert, dass chinesische Investoren bei deutschen Firmen einsteigen. Die Staatsbank KfW erwirbt einen Anteil von 20 Prozent am Sromnetzbetreiber 50Hertz und stoppt damit den Einstieg des chinesischen Staatskonzerns SGCC. Und auch die geplante \u00dcbernahme des westf\u00e4lischen Werkzeugmaschinenherstellers &#8222;Leifeld Metal Spinning&#8220; durch chinesische Investoren soll verboten werden.<\/em> (<em>Deutschlandfunk<\/em>, 27 Juli 2018)<\/p>\n<p>Wegen des Vietnam-Krieges und der Schw\u00e4chung des Dollars begann Nixon 1971\u00a0 unter Aufgabe der globalen Verantwortung der USA mit dem R\u00fcckzug vom 1947 in Bretton Woods gegr\u00fcndeten internationalen W\u00e4hrungssystem: der Beendigung der fixen Parit\u00e4t zwischen dem Dollar und anderen W\u00e4hrungen, Annullierung\u00a0 der Konvertierbarkeit des Dollars in Gold.<\/p>\n<p>Trump geht noch viel weiter.<\/p>\n<p><em>Wenn ein Land viele Milliarden Dollar im Handel mit quasi jedem Land verliert, mit dem es Gesch\u00e4fte macht, sind Handelskriege gut, und leicht zu gewinnen. Wenn die USA zum Beispiel ein Handelsdefizit von 100 Milliarden Dollar mit einem anderen Land haben, und dieses unschuldig tut, dann h\u00f6re auf mit dem Handel. <\/em>(Trump, 2. M\u00e4rz 2018)<\/p>\n<p>Der Verlust ihrer Position &#8211; das ist das Schreckgespenst der amerikanischen Bourgeoisie, das sie dazu zwingt, Trump wohl oder \u00fcbel als Retter zu akzeptieren, obwohl dieser mit weniger Stimmen als seine Rivalin gew\u00e4hlt wurde, trotz des Abscheus, den seine schlechten Manieren der Elite einfl\u00f6\u00dfen..<\/p>\n<p><em>Das Bestehen einer herrschenden Klasse wird t\u00e4glich mehr ein Hindernis f\u00fcr die Entwicklung der industriellen Produktivkraft und ebensosehr f\u00fcr die der Wissenschaft, der Kunst und namentlich der gebildeten Umgangsformen. Gr\u00f6\u00dfere Knoten als unsere modernen Bourgeois hat es nie gegeben. <\/em>(Engels,<em> Zur Wohnungsfrage, <\/em>1872)<em> [Knote = ungehobelter Mensch, aus dem Berliner Dialekt]<\/em><\/p>\n<p>Im Gegensatz zur offiziellen Doktrin seiner demokratischen und republikanischen Vorg\u00e4nger, lehnt der US-Pr\u00e4sident Verhandlungen und multilaterale Abkommen ab, erh\u00f6ht einseitig Z\u00f6lle, diskutiert von den USA eingegangene Verpflichtungen. Wie Hegel erkl\u00e4rte, verwirklicht das M\u00f6gliche das Notwendige. Mit seinem Cowboystil und L\u00f6sungen auf die Schnelle dr\u00fcckt Trump die dringende Notwendigkeit f\u00fcr die\u00a0 amerikanische Bourgeoisie aus, einer Situation zu entkommen, die ihre Stellung jeden Tag ein wenig mehr untergr\u00e4bt und ihr eine industrielle Basis erhalten soll. Und gleichzeitig offenbart er seine Sackgasse &#8211; au\u00dfer in den Krieg zu ziehen, der zweifellos wirtschaftlich ist, aber mit milit\u00e4rischer Sprache gef\u00fchrt wird<\/p>\n<p>Am 31. Mai unterzeichnet Trump die Anwendung einer Besteuerung von 25% auf Stahl und 10% auf europ\u00e4isches Aluminium, was vor allem Deutschland und Italien betrifft, obwohl sie alte Verb\u00fcndete der Vereinigten Staaten sind. Andere Verb\u00fcndete, Kanada und Mexiko, sind ebenfalls betroffen, w\u00e4hrend Argentinien, Brasilien und Australien, die zugestimmt haben, ihre Produktion zu drosseln, fehlen. Was chinesischen Stahl anbelangt, so werden diese Steuern ab M\u00e4rz angewendet. China ist der gr\u00f6\u00dfte Stahlproduzent der Welt und befindet sich in einer \u00dcberproduktionskrise. Teilweise vom US-Markt verdr\u00e4ngt, wird China notwendigerweise versuchen, seine Produktion anderswo zu verkaufen, daher die \u00c4ngste von in Europa ans\u00e4ssigen Stahlkonzernen. Aber nicht nur Stahl ist im amerikanischen Visier.<\/p>\n<p><em>Wir werden auf chinesische Produkte Z\u00f6lle in H\u00f6he von 50 Milliarden Dollar einheben, dann 100 Milliarden. Sie wissen, irgendwann wird ihnen die Munition ausgehen. <\/em>(Trump,12. April 2018)<\/p>\n<p>Die Vereinigten Staaten k\u00fcndigten am 15. Juni die Besteuerung einer Liste von 1.102 Produkten chinesischen Ursprungs ab 6. Juli an. China reagiert mit \u00e4hnlichen Ma\u00dfnahmen gegen 659 amerikanische Produkte. Die Eskalation ist im Gange, denn Trump droht nun damit, etwa 200 Milliarden zus\u00e4tzlicher chinesische Importe mit 10 Prozent zu besteuern. Xi prangert die amerikanische Erpressung an und verspricht Vergeltung.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich schreien andere Imperialismen, gro\u00df und klein, \u201cVerrat\u201d an den Handelsabkommen, k\u00fcndigen Vergeltung auf dem gleichen Niveau bei amerikanischen Produkten an und wollen die Welthandelsorganisation (WTO) dazu bewegen, diese Praktiken zu verurteilen. Das einzige Problem: die Vereinigten Staaten strafen die WTO mit Verachtung, werfen ihr vor, das Dumping ihrer Konkurrenten zu decken, und blockieren die Ernennung von WTO-Richtern und machen die Organisation damit handlungsunf\u00e4hig &#8230; Trudeau vertritt die Auffassung, dass dies <em>\u201eein Affront gegen die seit langem bestehende Sicherheitspartnerschaft zwischen Kanada und den Vereinigten Staaten\u201c sei, <\/em>Pr\u00e4sident Macron scheint Trump telefonisch mitgeteilt zu haben, dass seine Entscheidung <em>\u201eein Fehler und illegal\u201d <\/em>war<em>, <\/em>w\u00e4hrend Kanzlerin Merkel eine<em> \u201cEskalation, die allen schaden wird\u201d <\/em>verurteilt<em>.\u00a0 <\/em>da die deutschen Automobilexporte von Trump ebenfalls mit Steuern bedroht werden. Beim G7-Gipfel\u00a0 vom 3. Juni 2017 verurteilten alle die Vereinigten Staaten.<\/p>\n<p><em>Wenn die Vereinigten Staaten Handelssanktionen einf\u00fchren, einschlie\u00dflich der Erh\u00f6hung ihrer Z\u00f6lle, dann werden alle Fr\u00fcchte der Handels- und Wirtschaftsverhandlungen wirkungslos werden. <\/em>(<em>Neues China, <\/em>3. Juni 2018)<\/p>\n<p>Auf dem G7-Treffen am 8. und 9. Juni 2018 weigert sich Trump schlie\u00dflich, das m\u00fchsam ausgehandelte gemeinsame Kommuniqu\u00e9 zu unterschreiben. Er pr\u00e4zisiert sogar seine Drohungen gegen kanadische und deutsche Handels\u00fcbersch\u00fcsse. Andere Staaten bleiben gespalten, je nachdem, ob sie das Gef\u00fchl haben, durch die Auseinandersetzung mit den Vereinigten Staaten mehr zu verlieren oder zu gewinnen. Die europ\u00e4ischen Bourgeoisien beschlie\u00dfen nur leichte Vergeltungsma\u00dfnahmen, angef\u00fchrt von Deutschland, das im Handel mit den Vereinigten Staaten an vorderster Front steht. Diese gem\u00e4\u00dfigte Antwort kann jedoch die Aggressivit\u00e4t der Vereinigten Staaten nicht bes\u00e4nftigen, weil Trump droht, die Steuer auf alle Einfuhren von europ\u00e4ischen Autos von 2,5 auf 20% anzuheben &#8211;\u00a0 das bedeutet im Wesentlichen einen Angriff auf die deutsche Industrie.<\/p>\n<p><em>Es ist aber klar, da\u00df (&#8230;) die politische Macht der \u00f6konomischen Entwicklung gro\u00dfen Schaden tun und Kraft- und Stoffvergeudung in Massen erzeugen kann. <\/em>(Engels, <em>Brief an Conrad Schmidt, <\/em>27. Oktober 1890)<\/p>\n<p>Der Handelskrieg ist untrennbar mit dem Militarismus verbunden und bildet ganz einfach den Auftakt zum Krieg.<\/p>\n<h2>Die USA verhandeln einseitig mit Nordkorea und brechen das multilaterale Abkommen mit dem Iran.<\/h2>\n<p>Eine weitere, direkte milit\u00e4rische, Front ist durch die Rivalit\u00e4t der USA mit China gepr\u00e4gt: der Konflikt mit Nordkorea. Mit v\u00f6llig widerspr\u00fcchlichen Positionen bekommt Trump die stalinistische Clique von Pj\u00f6ngjang dazu, ihre Atomprojekte einzufrieren. Ein Gipfeltreffen zwischen dem nordkoreanischen Diktator und dem US-Pr\u00e4sidenten findet am 12. Juni in Singapur statt. Diese Initiative zielt darauf ab, den Kapitalismus in Nordkorea vollst\u00e4ndig wiederherzustellen und somit Korea unter seinem Einfluss zu vereinen. So hofft Trump, Druck auf China auszu\u00fcben. Nebenbei trampelt er auf seinen traditionellen Partnern herum, die nicht mit den Verhandlungen verbunden sind.<\/p>\n<p><em>Ein solcher Kompromiss ist der Alptraum der engsten Verb\u00fcndeten in der Region, S\u00fcdkorea und Japan.<\/em> (<em>The Economist<\/em>, 9. Juni 2018)<\/p>\n<p>Der US-Imperialismus versucht, eine f\u00fchrende Rolle im Nahen Osten zur\u00fcckzugewinnen, wo er an Boden verloren hat. Am 8. Mai k\u00fcndigte Trump die Aufk\u00fcndigung der Vereinbarung mit dem Iran und anderen imperialistischen M\u00e4chten (einschlie\u00dflich Russland und China) an, der den Stopp des iranischen Nuklearprogramms im Gegenzug f\u00fcr eine schrittweise Aufhebung der Wirtschaftssanktionen vorsieht.<\/p>\n<p>Deshalb versucht Trump, die T\u00fcrkei hinter sich zu bringen und mehr denn je auf Israel und Saudi-Arabien zu setzen. Am 6. Dezember 2017 k\u00fcndigte er die Verlegung der amerikanischen Botschaft nach Jerusalem an und unterst\u00fctzte damit die Fortsetzung der zionistischen Kolonisierung. Seit dem 30. M\u00e4rz hat Netanyahu Hunderte von unbewaffneten Pal\u00e4stinensern an der Grenze zum Gazastreifen verst\u00fcmmeln und massakrieren lassen. In der Nacht vom 9. zum 10. Mai greifen 28 Flugzeuge der israelischen Armee iranische Positionen in Syrien an. Die T\u00fcrkei erh\u00e4lt die Genehmigung der USA, gegen Kurden in Syrien vorzugehen. Assad erh\u00e4lt die Erm\u00e4chtigung, die letzten Bastionen seiner Gegner zu verkleinern.<\/p>\n<p>Der Chef der US-Diplomatie Pompeo drohte dem Iran \u201edie <em>st\u00e4rksten Sanktionen in der Geschichte<\/em>\u201c an; der \u201c<em>Iran w\u00fcrde niemals freie Hand bekommen, den Nahen\u00a0 Osten zu beherrschen\u201d<\/em>\u201c und dass er sich darauf vorbereitet,\u00a0 &#8222;<em>die iranischen Agenten und ihre Hisbollah-Hilfstruppen auf der ganzen Welt zu jagen, um sie zu vernichten&#8220;. <\/em>Solche Drohungen zielen darauf ab, das iranische klerikale Regime, das nicht kapitulieren kann, ohne sich selbst aufzugeben, zur Flucht nach vorne zu bewegen um eine milit\u00e4rische Intervention besser rechtfertigen zu k\u00f6nnen. Der konservativste Fl\u00fcgel des Regimes st\u00fctzt sich auf nationale Gef\u00fchle und Antiimperialismus. Der Staat schr\u00e4nkt die kleinen Inseln der Freiheit, die von der Arbeiterklasse und der Jugend erobert wurden, ein.<\/p>\n<p>Nicht genug damit, den Iran zu bedrohen, haben die Vereinigten Staaten die anderen Unterzeichnerstaaten des Abkommens mit Iran, Russland, China, das Vereinigte K\u00f6nigreich, Frankreich und Deutschland eindeutig gewarnt, dass ihre Unternehmen Strafverfolgungen und hohen finanziellen Strafen ausgesetzt w\u00e4ren, wenn sie gesch\u00e4ftliche und finanzielle Beziehungen mit dem Iran unterhalten w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Hinter Saudi Arabien und Israel stehen die Vereinigten Staaten; Inwieweit dem Iran, der Regionalmacht, die den USA im Weg steht, die Unterst\u00fctzung Russlands und Chinas gewiss ist, scheint angesichts des enormen milit\u00e4rischen Vorteils der USA im Falle einer Konfrontation ungewiss. Der Druck des amerikanischen Imperialismus auf den Iran ist weit davon entfernt, den Kampf der iranischen Arbeiterinnen und Jugendlichen zu erleichtern. Er ist ein zus\u00e4tzlicher Schlag, so wie die Ermutigung und Unterst\u00fctzung der israelischen Siedlungspolitik ein zus\u00e4tzlicher Schlag gegen die Pal\u00e4stinenser ist, im Gegenzug f\u00fcr Israels milit\u00e4risches Engagement gegen den Iran.<\/p>\n<p>F\u00fcr die bewussten Arbeiterinnen und Arbeiter geht die Losung \u201c<em>Nieder mit allen wirtschaftlichen Sanktionen und imperialistischen Milit\u00e4rinterventionen gegen den Iran<\/em>\u201d Hand in der Hand mit der Unterst\u00fctzung aller K\u00e4mpfe der Arbeiterklasse und der iranischen Jugend zum Sturz der islamistischen Diktatur, so wie sie mit der Unterst\u00fctzung der Pal\u00e4stinenser im Kampf f\u00fcr ihre Rechte gegen den Staat Israel einhergeht..<\/p>\n<h2>Die unaufl\u00f6slichen Widerspr\u00fcche der imperialistischen Regierungen<\/h2>\n<p>Nachdem Macron mit hei\u00dfem Bem\u00fchen seine Freundschaft und N\u00e4he zu Trump in Szene gesetzt hatte, musste er desillusioniert zusammen mit Merkel k\u00e4mpferische Akzente setzen: &#8222;<em>Wir d\u00fcrfen keine Angst haben. Und wir d\u00fcrfen nicht weiter zuwarten. Wir m\u00fcssen handeln &#8211; werden wir die Herrschaft der anderen oder ihre Tyrannei akzeptieren? Wer sollte unsere wirtschaftlichen Entscheidungen treffen? <\/em>(10. Mai 2018).<\/p>\n<p>Aber hinter dem schneidigen Auftreten lauert die grausame Realit\u00e4t: die europ\u00e4ischen Bourgeoisien verf\u00fcgen nicht (oder fast nicht) \u00fcber die Mittel, um ihre Unternehmen vor den amerikanischen Sanktionen zu bewahren. Von dem Moment an, in dem europ\u00e4ische multinationale Unternehmen Gesch\u00e4fte mit den Vereinigten Staaten t\u00e4tigen (ein gr\u00f6\u00dferer Markt als der Iran), k\u00f6nnen sie sich den Sanktionen nicht entziehen.<\/p>\n<p>Die Europ\u00e4ische Kommission hat eine Verordnung aus dem Jahr 1996 mit dem Titel &#8222;Blocking Law&#8220; aus der Mottenkiste geholt, um US-Strafverfolgungen in Europa zu verhindern, aber dieser Schutzschirm ist l\u00e4cherlich. So verzichtet Engie nach Total auf Gesch\u00e4fte mit dem Iran. Deutschland wird mit Siemens und Daimler am st\u00e4rksten betroffen sein, aber auch Italien und Frankreich, neben \u00d6l und Gas mit PSA und Renault, ganz zu schweigen von Airbus, was sowohl Deutschland und Frankreich trifft. Das vom europ\u00e4ischen Imperialismus verlorene Terrain k\u00f6nnte vom russischen und chinesischen Imperialismus eingenommen werden. Russland leidet bereits unter US-Sanktionen und China ist entschlossen,dem amerikanischem Druck nicht nachzugeben.<\/p>\n<p>Es gibt keinen europ\u00e4ischen Imperialismus \u201can sich\u201d. Die Europ\u00e4ische Union ist ein wackeliger Kompromiss zwischen b\u00fcrgerlichen Staaten mit zu engen Grenzen. Die EU ist durch den Ausstieg Gro\u00dfbritanniens (&#8222;Brexit&#8220;), aber auch durch die Widerspenstigkeit der baltischen und mitteleurop\u00e4ischen L\u00e4nder (&#8222;Visegr\u00e1d-Gruppe&#8220;) geschw\u00e4cht. Die Meinungsverschiedenheit ist in den Jahren 2015-2016 mit der Weigerung Polens, der Tschechischen Republik, der Slowakei, Ungarns &#8230; aufgebrochen, Fl\u00fcchtlinge aufzunehmen. Sie hat nicht nachgelassen, nachdem die CDU-SPD-Koalition unter F\u00fchrung von Merkel die Grenzen geschlossen hat. Tats\u00e4chlich w\u00e4hlen &#8222;populistische&#8220; Regierungen das B\u00fcndnis mit dem US-Imperialismus gegen den russischen &#8230; und den deutschen Imperialismus. Aus diesem Grund sind sie, obwohl sie in ihren L\u00e4ndern den Antisemitismus sch\u00fcren, andererseits eng mit Israel verb\u00fcndet.<\/p>\n<p>Am 22. Juli scheint die Europ\u00e4ische Union bereit zu sein, einen Kompromiss mit der Regierung der USA\u00a0 auf dem R\u00fccken Chinas zu suchen.<\/p>\n<p><em>US-Pr\u00e4sident Donald Trump und der Pr\u00e4sident der Europ\u00e4ischen Kommission, Jean Claude Juncker, haben einen Pakt zur Entsch\u00e4rfung des Handelsstreits zwischen Washington und Br\u00fcssel angek\u00fcndigt, der zu gegenseitigen Z\u00f6llen gef\u00fchrt hat &#8230; Nach einer europ\u00e4ischen Quelle werden einige neue Z\u00f6lle f\u00fcr Importe in die Vereinigten Staaten eingef\u00fchrt, so f\u00fcr Automobile &#8230; Die EU wird &#8222;sofort&#8220; ihre Eink\u00e4ufe von US-Soja erh\u00f6hen, sagte Trump, der versprochen hat, die Zolls\u00e4tze f\u00fcr aus Europa importierten Stahl und Aluminium zu revidieren &#8230; Trump gab auch bekannt, dass die Vereinigten Staaten und die EU gemeinsam weite arbeiteten, um eine Reform der Welthandelsorganisation (WTO) durchzusetzen. In besonderer Weise r\u00fcckt China ins Rampenlicht, dem die Verletzung von Rechten des geistigen Eigentums vorgeworfen wird und das zum Transfer von Technologien gezwungen werden soll.<\/em> (El Pa\u00eds, 25. Juli 2018)<\/p>\n<p>F\u00fcr Trump ist der internationale Handel &#8222;ein Nullsummenspiel&#8220;: Ihm zufolge ist das, was ein Land gewinnt, notwendigerweise gleich dem, was ein anderes verliert. Diese archaische Sicht steht in der Tradition des Merkantilismus, einer veralteten Lehre im sp\u00e4ten 18. und dem beginnenden 19. Jahrhundert, die schon in den Anf\u00e4ngen der wissenschaftlichen Analyse des Kapitalismus verworfen wurde. Smith und Ricardo haben gezeigt, dass der internationale Handel die Entwicklung der Produktivkr\u00e4fte anregt: Der gesamte Weltreichtum steigert sich durch Spezialisierung und w\u00e4chst mehr, als wenn jedes Land isoliert bliebe. Nat\u00fcrlich haben die \u201eklassischen \u00d6konomen\u201c, die eng mit der britischen Industriebourgeoisie verbunden waren, vergessen, dass der Kapitalismus aus kolonialem Raub entstanden ist und lie\u00dfen die Frage der Verteilung des durch die internationale Arbeitsteilung erzielten Gewinns unbeantwortet.<\/p>\n<p><em>Wenn die Freih\u00e4ndler nicht begreifen k\u00f6nnen, wie ein Land sich auf Kosten des anderen bereichern kann, so brauchen wir uns dar\u00fcber nicht zu wundern, da dieselben Herren noch weniger begreifen wollen, wie innerhalb eines Landes eine Klasse sich auf Kosten einer anderen bereichern kann.<\/em> (Marx, <em>Rede \u00fcber den Freihandel<\/em>, 9. Januar 1848)<\/p>\n<p>Die Internationalisierung der Produktivkr\u00e4fte ist unumkehrbar, auch die gr\u00f6\u00dfte und st\u00e4rkste Volkswirtschaft kann ihr nicht entgehen.<\/p>\n<p><em>Die metallverarbeitenden Unternehmen, an ihrer Spitze die Automobilhersteller, beschweren sich \u00fcber Steuern auf Stahl, die zu drastischen Preiserh\u00f6hungen ihrer Rohmaterialien f\u00fchren &#8230; Die Ank\u00fcndigungen einer m\u00f6glichen Einschr\u00e4nkung der chinesischen Investitionen in den US-Technologiesektor haben diese Woche den NASDAQ nach unten gedr\u00fcckt. <\/em>(<em>L<\/em>e<em>Monde, <\/em>29. Juni 2018)<\/p>\n<p>So findet sich die Welt innerhalb von ein paar Wochen pl\u00f6tzlich am Rande eines ausgedehnten Handelskriegs.<\/p>\n<p><em>Die WTO-Mitglieder haben zwischen Mitte Oktober 2017 und Mitte Mai 2018 restriktivere Handelsma\u00dfnahmen eingef\u00fchrt als im vorangegangenen Berichtszeitraum (Mitte Oktober 2016 bis Mitte Oktober 2017). Dies geht aus dem Halbjahresbericht des Generaldirektors \u00fcber die Entwicklung des Handels hervor, der den Mitgliedern am 25. Juli auf einer Sitzung des Pr\u00fcfungsausschusses f\u00fcr Handelspolitik vorgelegt wurde. <\/em>(WTO, 25. Juli 2018)<\/p>\n<p>Die R\u00fcckkehr des Protektionismus der 30er Jahre ebenso wie die neuen milit\u00e4rischen Drohungen sind Ausdruck des Verfalls der kapitalistischen Produktionsweise, in erster Linie des m\u00e4chtigsten Imperialismus, dem der Vereinigten Staaten.<\/p>\n<h2>Die Last des \u201eWirtschaftspatriotismus\u201c wird immer den Arbeiter_innen aufgeb\u00fcrdet<\/h2>\n<p>Wenn eine nationale Bourgeoisie im dem Kapitalismus eigenen Wettbewerb verliert, jammert sie \u00fcber die\u00a0 Illoyalit\u00e4t des Auslands und ruft die lokalen Arbeiter_innen zu ihrer Verteidigung auf. Das gilt in den Vereinigten Staaten ebenso wie in Italien, Gro\u00dfbritannien oder Frankreich.<\/p>\n<p><em>Unsere Industrie ist seit Jahren oder sogar Jahrzehnten Ziel unfairer Handelsangriffe. Und das f\u00fchrte dazu, dass wir Fabriken und Hoch\u00f6fen stilllegen mussten, Millionen von Arbeitern entlassen wurden, Gemeinden geschrumpft sind. Nun, das wird aufh\u00f6ren! <\/em>(Trump, 9. M\u00e4rz 2018)<\/p>\n<p>Trump gewann die Pr\u00e4sidentschaft, indem er zur traditionellen W\u00e4hlerschaft der Republikanischen Partei eine Schicht der wei\u00dfen Arbeiterklasse, die fr\u00fcher f\u00fcr die andere b\u00fcrgerliche Partei, die Demokratische Partei, gestimmt hatte, zu sich her\u00fcber ziehen konnte. Jetzt wendet er sich erneut dem \u201eRostg\u00fcrtel\u201c (\u201crust belt\u201d) zu, diesem Katastrophengebiet, das nicht nur durch den internationalen Wettbewerb, sondern auch durch die Entscheidungen von Konzernen (einschlie\u00dflich Produktionsverlagerungen nach Mexiko und den schw\u00e4cher gewerkschaftlich organisierten S\u00fcdstaaten der USA) devastiert wurde. Dort sucht er erneut Stimmen f\u00fcr die n\u00e4chsten Wahlen (die\u00a0 \u201cmid-term-elections&#8220; im November 2018, die Pr\u00e4sidentenwahlen im November 2020). Die Gewerkschaftsb\u00fcrokratie des wichtigsten US-amerikanischen Gewerkschaftsbundes, der AFL-CIO, unterst\u00fctzt dieses T\u00e4uschungsman\u00f6ver:<\/p>\n<p><em>Pr\u00e4sident Donald Trump, ist der erste, der nicht nur \u00fcber das Problem spricht, sondern etwas tut, um es zu l\u00f6sen. Dies ist ein erster Schritt und wir finden das positiv. <\/em>(Richard Trumka, 6. M\u00e4rz 2018)<\/p>\n<p>Die B\u00fcrokratie des rivalisierenden Gewerkschaftsverbandes CtW (die sich u.a. auf die Gewerkschaft der LKW-Wahrer IBT st\u00fctzt) ist genauso\u00a0 sozialchauvinistisch.<\/p>\n<p><em>Wir sind bereit, mit dem Wei\u00dfen Haus und anderen nordamerikanischen Gewerkschaften zusammenzuarbeiten, um diese Z\u00f6lle zu verteidigen und zu erkl\u00e4ren, wie\u00a0 sie zum Schutz der amerikanischen Arbeiter und unseres nationalen Wohlergehens umgesetzt werden k\u00f6nnen. <\/em>(James P. Hoffa, 8. M\u00e4rz 2018)<\/p>\n<p>Das ist Scharlatanerie. In den USA verursacht der Protektionismus, der Fabriken zur\u00fcckbringen soll, mehr Schaden, als dass er Arbeitspl\u00e4tze schafft. Zum Beispiel hatte Ford darauf verzichtet, in\u00a0 Mexiko eines seiner Modelle produzieren zu lassen, was von Trump in den h\u00f6chsten T\u00f6nen gelobt worden war, um schlie\u00dflich in China zu produzieren, um den Stahlpreiserh\u00f6hungen zu entkommen, die auf\u00a0 Trumps Z\u00f6lle zur\u00fcckzuf\u00fchren sind! Die drei gr\u00f6\u00dften US-Autohersteller produzieren ungef\u00e4hr 15% der Autos, die sie am US-Markt verkaufen, haupts\u00e4chlich in Kanada und Mexiko.<\/p>\n<p>Was die ausl\u00e4ndischen Hersteller betrifft, begn\u00fcgen sie sich nicht damit, ihre Fahrzeuge in die Vereinigten Staaten zu exportieren. Um dem Protektionismus des Staates und dem Chauvinismus der Kunden ein Schnippchen zu schlagen, haben Konzerne wie Toyota, Honda, Hyundai, Nissan und Volkswagen schon seit langem Tochterbetriebe aufgebaut, die sowohl f\u00fcr den Inlandsmarkt als auch f\u00fcr den Export produzieren: 17 Fabriken und 65.000 Besch\u00e4ftigte insgesamt. Dar\u00fcber hinaus \u00fcbernahm Fiat im Jahr 2010 die Kontrolle \u00fcber einen der drei historischen Autokonzerne, Chrysler.<\/p>\n<p>Letzten Endes, so Trade Partnership Worldwide, k\u00f6nnten Stahl- und Aluminiumsteuern 92.000 Arbeitspl\u00e4tze schaffen und gleichzeitig weitere 250.000 Arbeitspl\u00e4tze vernichten. Die Arbeiter werden im kommenden Wirtschaftskrieg nichts gewinnen, im Gegenteil. Weder in den Vereinigten Staaten noch anderswo. In Ermangelung einer Verbesserung ihrer Situation verkauft Trump ihnen einen illusorischen Nationalismus. Populismus, Fremdenfeindlichkeit und Rassismus werden von Regierungen in den Vereinigten Staaten, Gro\u00dfbritannien, Italien, \u00d6sterreich, Ungarn, Polen usw. praktiziert.<\/p>\n<p><em>Sie w\u00fcrden nicht glauben, wie b\u00f6se diese Leute sind. Es sind keine Leute. Es sind Tiere. <\/em>(Trump, 16. Mai 2018)<\/p>\n<p>Dies ist ein Zeichen der historischen Verwesung der kapitalistischen Produktionsweise im imperialistischen Zeitalter.<\/p>\n<p><em>Die Welt des niedergehenden Kapitalismus ist \u00fcberv\u00f6lkert. Die Frage, hundert zus\u00e4tzliche Fl\u00fcchtlinge aufzunehmen, wird ein Hauptproblem f\u00fcr eine derartige Weltmacht wie die Vereinigten Staaten. <\/em>\u00a0(Trotzki, <em>Manifest der IV. Internationale,<\/em>Mai 1940)<\/p>\n<p>Das ist auch der Preis f\u00fcr den Verrat an den revolution\u00e4ren K\u00e4mpfen des Proletariats durch seine alten und neuen \u201creformistischen\u201d F\u00fchrungen. Die F\u00fchrungskrise des Weltproletariats versch\u00e4rft sich. Die Kommunistische Internationale, eine revolution\u00e4re internationale Massenbewegung, wurde in den 1930er Jahren unter der Kontrolle der stalinistischen B\u00fcrokratie der UdSSR zu einem Instrument der Konterrevolution. Die Vierte Internationale, 1938 gegr\u00fcndet, um sie zu ersetzen, zerbrach in den 1950er Jahren unter dem Einfluss des Stalinismus und des b\u00fcrgerlichen Nationalismus. Wir finden in Frankreich sogar Organisationen, die aus dem \u201eTrotzkismus\u201c hervorgegangen sind (POID, POI), die mit den Resten des Stalinismus (PCF) und der Sozialdemokratie (PS, G\u00e9n\u00e9rations, La France Insoumise) bei der Verteidigung der \u201cNation\u201d wetteifern.<\/p>\n<p><em>Th\u00e4lmann verteidigt in seiner Antwort weiterhin die Losung der \u00bbnationalen Befreiung\u00ab und stellt sie auf eine Ebene mit der Losung der sozialen Befreiung. (&#8230;) Diese Politik ist wie eigens dazu ersonnen, die Aufmerksamkeit der Arbeiter von Grundproblemen abzulenken, den Kampf gegen den Kapitalismus zu schw\u00e4chen und sie zu zwingen, den Hauptfeind und den Urheber des Elends jenseits der Grenzen zu suchen. <\/em>(Trotzki, <em>Der einzige Weg, <\/em>14. September 1932)<\/p>\n<p>Der kleinb\u00fcrgerliche oder b\u00fcrgerliche Sozialismus (von Labour bis zum Stalinismus) stellt staatliche Interventionen im Allgemeinen und den Protektionismus im Besonderen als etwas Fortschrittliches hin, obwohl diese Ma\u00dfnahmen vom Faschismus auf die Spitze getrieben werden. Im Gegenteil hat der internationalistische Fl\u00fcgel der Arbeiterbewegung immer gegen den Protektionismus gek\u00e4mpft, von der Gr\u00fcndung des Bundes der Kommunisten (1847) bis zum Verschwinden der IV. Internationale 1951-1953.<\/p>\n<p><em>Glauben Sie aber nicht, meine Herren, da\u00df, wenn wir die Handelsfreiheit kritisieren, wir die Absicht haben, das Schutzzollsystem zu verteidigen. Man kann den Konstitutionalismus bek\u00e4mpfen, ohne deshalb Freund des Absolutismus zu sein. <\/em>(Marx, <em>Rede \u00fcber den<\/em>Freihandel,9. Januar 1848)<\/p>\n<p><em>Bei den W\u00e4hlern konnten dann hie und da schutzz\u00f6llnerische Str\u00f6mungen auch nicht ausbleiben, diese wollte man doch auch ber\u00fccksichtigen. Der einzige Weg, aus dieser Verwirrung herauszukommen, indem man die Frage rein politisch auffa\u00dfte (wie in der &#8222;Laterne&#8220; geschah), wurde nicht entschieden eingeschlagen.<\/em>(Marx, Engels, <em>Zirkularbrief an Bebel, Liebknecht, Bracke u.a<\/em>., September 1879)<\/p>\n<p><em>Die Sozialdemokratie k\u00e4mpft\u00a0 gegen Militarismus, Kolonialismus, Protektionismus ebenso wie sie von Grund auf den Staatsapparat der bestehenden Klasse, seine Verwaltung, seine Gesetzgebung, sein Schulsystem, etc.\u00a0 bek\u00e4mpft. <\/em>(Luxemburg, <em>Nationalstaat und das <\/em>Proletariat,1908)<\/p>\n<p>Diejenigen, die in der zeitgen\u00f6ssischen Arbeiter_innenbewegung die verheerenden Auswirkungen der <em>\u201eGlobalisierung\u201c<\/em>\u00a0 verdammen und, statt zum Sturz des Kapitalismus aufzurufen, einem \u201c<em>solidarischen Protektionismus<\/em>\u201d (sic) das Wort reden wie LFI-Vorsitzender M\u00e9lenchon,\u00a0 oder die\u00a0 Anh\u00e4nger des Brexit in England vom Typ der CPB, SPEW oder SWP, stellen sich in Wirklichkeit hinter die reaktion\u00e4rsten Teile ihrer Bourgeoisie .<\/p>\n<h2>F\u00fcr die Klassenunabh\u00e4ngigkeit, f\u00fcr die Diktatur des Proletariats<\/h2>\n<p>Nicht nur Trump ist ein Problem. Alle b\u00fcrgerlichen Regierungen k\u00fcrzen Ausgaben, die das Leben der Arbeiter verbessern und stecken immer mehr in den Repressionsapparat des Staates (Geheimdienste, Armee, Polizei, Gef\u00e4ngnisse &#8230;).<\/p>\n<p><em>Nach 13 aufeinanderfolgenden Jahren der Zunahme der Milit\u00e4rausgaben von 1999 bis 2013 und einem relativen Stillstand 2012-2016, haben sich die weltweiten Milit\u00e4rausgaben im Jahr 2017 wieder erh\u00f6ht. Sie betragen 2,2% des weltweiten Bruttoinlandsproduktes, das sind 230 Dollar pro Person &#8230; Die USA f\u00fchren weiterhin bei der H\u00f6he der Milit\u00e4rausgaben. <\/em><em>Im Jahr 2017 gaben sie mehr f\u00fcr ihre Streitkr\u00e4fte aus als die n\u00e4chsten sieben ausgabefreudigsten L\u00e4nder &#8230; China verzeichnete 2017 den gr\u00f6\u00dften absoluten Anstieg der Ausgaben: 12 Milliarden Dollar. <\/em>(SIPRI, 2. Mai 2018)<\/p>\n<p>Die Arbeiterklasse kann die Menschheit vor der wirtschaftlichen, sozialen, \u00f6kologischen und politischen Katastrophe bewahren, in die sie die Erhaltung der Herrschaft der Bourgeoisie f\u00fchrt.<\/p>\n<p><em>Mit dem gegenw\u00e4rtigen Stand der Technologie und den F\u00e4higkeiten der Arbeiter ist es durchaus m\u00f6glich, angemessene Bedingungen f\u00fcr die materielle und geistige Entwicklung der gesamten Menschheit zu schaffen, Es w\u00e4re nur n\u00f6tig, das wirtschaftliche Leben in jedem Land und auf unserem ganzen Planeten korrekt, wissenschaftlich und rationell nach einem allgemeinen Plan zu organisieren, Solange jedoch die Hauptproduktivkr\u00e4fte der Gesellschaft in den H\u00e4nden der Konzerne liegen, d.h. in den H\u00e4nden von getrennten Kapitalistencliquen, und solange der Nationalstaat ein williges Werkzeug in den H\u00e4nden dieser Cliquen bleibt, muss der Kampf um M\u00e4rkte, um Rohstoffquellen, um die Weltherrschaft unweigerlich einen mehr und mehr destruktiven Charakter annehmen. Die Staatsmacht und die Beherrschung der Wirtschaft kann den H\u00e4nden dieser r\u00e4uberischen imperialistischen Cliquen nur durch die revolution\u00e4re Arbeiterklasse entrissen werden. <\/em>(Trotzki, <em>Manifest der IV. Internationale,<\/em>Mai 1940)<\/p>\n<p>Alles h\u00e4ngt vom Aufbau einer neuen revolution\u00e4ren Arbeiterinternationale ab, die das Banner des Kommunismus erhebt.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><b>Kollektiv Permanente Revolution (CoReP)<\/b><br \/>\n(Frankreich, Deutschland, \u00d6sterreich, Kanada)<\/p>\n<p><b>Patronsuz D\u00fcna<\/b> (T\u00fcrkei)<br \/>\n<b>Tendencia Marxista Leninista<\/b> (Brasilien)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von 1944 bis 2016 hat der amerikanische Staat versucht, den Weltkapitalismus zu verwalten Die amerikanische Bourgeoisie \u00fcbernahm mit dem 1. 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